Donnerstag, 10. August 2006

Stück Holz im Tiefflug

Heute morgen passierte mich ein Stöckchen im Tiefflug und reflexbetont wie ich bin, sprang ich hoch und fischte es aus der Luft.

Warum bloggst Du?

Weil B. meine Ansichten schon kennt, sich beschwert, sich über die Wiederholungen beschwert und ich denke, jeder sollte das Glück haben...
Für den Weltfrieden.

Seit wann bloggst Du?

Seit April 2006

Selbstportrait?

Ein Schnacker vor dem Herren mit einem zu großen Sendungsbewusstsein. Ich denke ich bin aus einem Grund hier. Nämlich um die Frage nach dem Grund meines Hierseins zu ignorieren und mich ganz dem Genuss des Lebens zu widmen.

Warum lesen deine Leser Dein Blog?

Vermutlich morbide Neugier? Vielleicht gefällt ihnen auch, was sie sehen ... aber ich verliere mich schon wieder in Wunschdenken. Mag nicht jeder die Vorstellung, dass etwas von ihm Erschaffenes anderen gefällt? (Ich vermute immer noch, das das ein Hauptgrund für die Zeugung von Kindern...)

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?

"Kaltsprech". Der Post war komischerweise ein Bringer und gut für 3000 Zugriffe. Der “derdickemann“ hat mich noch mehr fasziniert. Woher kennen die mich? Alles aus mit der Anonymität!.

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?

Ich denke, der Post Nachtgedanken ging zu Unrecht unter, was natürlich zum Großteil daran lag, dass zu diesem Zeitpunkt die Netzgemeinde noch in völliger Unkenntnis meines Schaffensdranges lebte.

Dein aktuelles Lieblings-Blog?

Eindeutig Slippery when wet ! Wenn ich eine Frau gerne mal im richtigen Leben kennenlernen möchte – und sei es auch nur, um Ihre positiven Illusionen von mir zu zerstören – dann um Himmels Willen nicht diese – die mag ich schliesslich. Ansonsten fällt mir immer wieder auf, dass der amüsante Blog des Herrn Spiegelei unverständlicherweise von sträflich wenigen Lesern beachtet wird.

Ich glaube es gäbe noch viele mehr, die es wert sind Beachtung zu finden, aber verdammt ich kann doch nicht meine ganze Linkliste hier beschreiben und schliesslich warum sollte denn jeder von einem Pseudopromi wie mir gelobt werden?.

Welches Blog hast du zuletzt gelesen?

Hmmm ich war zum Mitspülen im Waschsalon ...

Mittwoch, 9. August 2006

The Return of da Dickemann

Nachdem ich just mal wieder an die Tastatur zurückgekehrt bin, will diese kleine Anekdote von der letzten Geburtstagsparty nicht vorenthalten werden:

Ort des Geschehens ist das recht rustikale Vereinsheim eines Kleingärtnervereins (inklusive Panoramatapete im Robin-Hood-Gedächtnis-Wald-Look).

Zwecks Absolvierens einer gemeinsamen Geburtstagsparty kommen zwei Familien zusammen.(Das kann ja schon von vorne herein nicht gutgehen).

Die eine Familie hat einen leicht russischen Einschlag, was den erhöhten Vodka-Konsum auf jener Seite - eine wirklich Durchmischung der Gäste lässt sich den ganzen Abend lang nicht erreichen - erklären dürfte.

Ein harter Kern der anderen Seite - auf der ich auch sitze - hat sich zum gepflegten Kritikgespräch zusammengefunden. Mit anderen Worten: Lästern! Schließlich wähnt man nur sich und seine eigene Seite der Party als Krone der Schöpfung, die richtig einzuschätzen weiss a) wie so eine Party zu laufen hat, b) welche Musikauswahl zu treffen ist und c) wer einzuladen gewesen wäre und wer besser nicht.

Die Überzeugungskraft der hierzu gruppenintern vorgetragenen Argumente steigt indes direkt proportional zur Menge der eingenommenen Gerstenkaltschalen.

Besonders beispielgebend für die mangelhafte Gästeauswahl der anderen Seite erschien uns dieses merkwürdige Subjekt, von dem niemand so genau wusste, ob es sich bei ihm um einen entfernten Zweitcousin des Gastgebers der Gegenseite handelt oder ob er einfach nur mal betrunken eine Party gatecrashen wollte.

Das männliche Subjekt erscheint mit seinen knapp über 18 Jahren in den typischen straßen-glaubwürdigkeits (eng.: street-credibility)- Freizeitlook gewandet, mit einer schräg sitzenden Baseballmütze (eng.: basecap), einem "I wear a Desert Eagle - wanna solve your prob?" - Freizeithemd (eng.:shirt), diversem Goldschmuck (eng.: bling-bling) und schlecht verschnürtem Sportschuhwerk (eng.:sneakers). Als Accessoire zu werten ist hierbei seine maximalgeschminkte Lebensabschnittsgefährtin, die durch Bauchfreiheit wettzumachen versucht, was ihre Kleidung an Qualität zu wünschen übrig lässt (eng.: bitch).

Die Namensgebung unserer Gruppe für diese Teilnehmer ist somit naheliegend: "Homie and his bitch!".

Der Unterhaltungswert der Party steigt für unser Grüppchen nach dem Erscheinen dieses - zweifelsohne als Showeinlage angeheuerten - Paares steil an. Sneakt doch "Homie" immer ganz lässig mit halb geschlossenen Augen und mit einer Hand in der Hosentasche herum. Dies könnte nun zwei Gründe haben. Loser Sack oder lose Hose. In Anbetracht der Beulenhose mit Kniekehlenpotential (eng.: baggypants) wohl eher Letzteres.
"his Bitch" darf sich - derweil vor der Panoramatapete geparkt - mit einem Longdrink in der Hand gelangweilt geben.

Doch dies auch nur, bis "Homie" - nach einigen Vodka - seine Aufmerksamkeit auf den, unweit der Tanzfläche platzierten Laptop mit der Musikauswahl richtet und daraufzugleitet. Die Spannung wächst: was wird der knallharte Ghettoboy der Menge vorwerfen? Wu-Tang oder doch nur irgendein Milchbrötchen (eng.: stupid white guy), das Dr. Dre beim Frisör gecastet hat?. Endlich hat sich "Homie" entschieden!

Unser wackeres Grüppchen bricht stumpf zusammen als die Lautsprecher beginnen "YMCA" zu dudeln. Hier legen "Homie and his Bitch" eine Sohle aufs Parkett. Was eigentlich heissen muss, das "his bitch" mittels Tiefe des Ausschnittes und vermehrter Vertikalbewegung seine Aufmerksamkeit bannt, während wir Nummerntafeln hochhalten um seine minimaltänzerische Leistung zu bewerten.

Den Rest gibt unseren Zwerchfellen die Tatsache, dass Homie kurze Zeit später in leichter Desorientierung zielsicher auf die mit "D" beschriftete Bedürfnisanstalt zusteuert und ungefähr eine Sekunde nach Betreten derselben von zwei resoluten Mittfünfzigerinnen wieder hinauskomplimentiert wird.

Dabei war sein Ansatz nach allem, was er so gezeigt hat doch eigentlich richtig: "D" wie "DA HOOD!".

Donnerstag, 3. August 2006

DIe Provinz, der Dicke Mann und das Internet ...

Da sitze ich nun am ersten Abend, an dem mein Internet wieder funktioniert in der Provinz und denke mir, dass ich nun langsam wieder mal ein Lebenszeichen senden sollte.
Der dicke mann lebt!
Die Kartons sind zu 95% ausgepackt, die Möbel sind aufgestellt und ich plane für morgen nachmittag einen ersten Mähanschlag gegen den mir zugedachten Rasen.

Mittlerweile habe ich drei Listen:
-TD (To Do) in nächster Zeit zu erledigen
- TBD (To Be Done) ... irgend wann mal ...
- NTH (Nice to have) ... vielleicht irgendwann mal..:)


Endlich wieder Internet ... wenigstens eine Verbindung in die Zivilisation...:)

Munter bleiben!!

Dienstag, 4. Juli 2006

Verschollen in der Kartongalaxie

Sie kommen. Ab übermorgen ist es soweit.
Sie werden meine Besitztümer von mir nehmen, werden sie in kleine, braune Kisten stecken und von dannen tragen.
Sie werden alles, was mir liebwert und gemütlich erscheint , deportieren.
Es wird verschollen sein in der Kartongalaxie.

Kennen Sie die Kartongalaxie? Nicht? Das ist jene Existenzebene, in der Gegenstände nur noch in der Fantasie ihrer Besitzer existieren, während sie tatsächlich ein Schattendasein als dunkle Materie in kleinen "braunen Löchern" fristen, aus denen sie - teilweise erst bis zu einem Jahr später - wieder auftauchen, um anschließend als unnütz geworden in die Ebay-Galaxie gebeamt zu werden.

Viele Physiker, Verhaltensforscher und sogar einige namhafte Angehörige des Meppener Institutes für Weltraumperistaltik gehen davon aus, dass sich die Kartongalaxie nur einige Subraumebenen von einschlägig erforschten Astralebenen entfernt befindet. Da wäre zum Beispiel die Sockenschubladen-Galaxie, deren kleinste messbare Einheit verlorene linke Socken sind, welche um einen Kern aus verlorenen rechten Socken kreisen. Oder die Telefonnummern-Galaxie, in der die leuchtenden Punkte in der Entfernung Zahlenreihen sind, die andernorts aufgeschrieben und verlegt wurden.

Egal. Auf jeden Fall wird meine kleine Welt übermorgen komprimiert, transportiert, sortiert und in neue vier Wände in der finsteren Provinz drapiert. Kapiert? :)

Und Provinz meine ich auch so. Ein rauschendes und vor Leben überschäumendes 1900-Seelen-Dorf im Landkreis Harburg wird durch B. und mich als Neubürger eine Bevölkerungssteigerung um 0,001 % erfahren. An der freundlichen Aufnahme bestehen kaum Zweifel.

Die Eingeborenen wirken aufgeschlossen und den Glasperlen der Konversation zugetan (bis auf die Pferdebremse, die heute einen Selbstmordanschlag auf meine blanke Wade verübt hat).

Die unmittelbaren Nachbarn versprechen interessant zu werden. Wies man mich doch gleich lächelnd und herzlich darauf hin, dass lautes Singen oder Schreien in der näheren Umgebung unserer neuen Wohnstatt ganz normal sei ... das sei nur der "Vater" ... der sei demenzkrank. Kaum vernommen, joggte ein Mittfünfziger hinter einem Golden Retriever her durch den Nachbarsgarten und anschliessend - ohne Hund aber in selbem Tempo - wieder zurück. So liefe er immer. Wenn er übrigens mal überraschend auf unserer Terasse säße ... einfach zurückschicken ...da sitzt er nur so gern, weil er sich früher da immer so gut unterhalten hat. Aha.

Und die Nachbarin über uns ... die sei ein wenig komisch und ob die den Müll nicht immer heimlich ... und gelegentlich, da guckt sie in die Fenster ... aber man wolle ja nicht lästern. Das verspricht unterhaltsam zu werden.

Die "komische" Nachbarin widerrum wirkt ein wenig altjüngferlich und kam in einem späteren Gespräch quasi gleich auf das Wesentliche. Von ihrem ehemaligen Geschäft für Innendekoration in S. und ihrer Neumitgliedschaft bei den Schützinnen und im Landfrauenverband, räsonierte sie verzugslos und unaufgefordert darüber, wie erfolgreich sie bei den Weight-Watchers abgenommen hätte und wie wohl sie sich nun fühle (ich werde den Verdacht nicht los, das Sie mir unterschwellig irgendetwas sagen wollte...). Die Kalorienkiller-und-Punktezähler-Laudatio brach abrupt ab als ich lakonisch anmerkte, dass ich jedem gratuliere der mit sich und seiner Ernährung im Einklange lebe. Ich persönlich würde ja die Präferenz-Diät machen. Auf Nachfrage erläuterte ich mein System: "Ich esse einfach nichts, was mir nicht schmeckt."
Sprachs und entschwand nach freundlichen, wenngleich bestimmten Abschiedsworten in den Bau- und Gartenmarkt, um die Grüner-Daumen-Erstausstattung zu erwerben.

Falls sich also jemand wundert, warum ab übermorgen hier erstmal wenig steht: Ich bin verschollen in der Kartongalaxie, wurde ein Opfer der Weight-Watcher-Fraktion des Landfrauenverbandes oder ich ich sitze mit dem dementen Nachbarsvater vorm Haus und trinke Kaffee ... vermutlich die beste der drei Alternativen.

Vielleicht jedoch ... und nur vielleicht ... lasse ich es mir in unserem neuen Heim einfach gut gehen...

Montag, 3. Juli 2006

Gelesen und nachgedacht: Sommer

Sommer ist die Zeit, da die Tage hinwegtropfen wie der Honig vom Löffel.

(Wallace Stegner)

Sonntag, 2. Juli 2006

Traumdeutung

Sonntag, halb Zehn in Deutschland.
Nach dem Aufstehen. Sonnenschein, 22 Grad. Zum Glück nur noch recht "milder" Ohrenschmerz. Ich kann schon fast wieder geradeaus denken.

B. hatte einen Traum ... mit Starbesetzung.
Sie schildert ihn wie folgt: Ein Bett vor ihr, auf dem Thomas D. von den "Fantastischen Vier" liegt. Sie legt sich mit einem Besen in der Hand auf ihn (ihrer Aussage nach völlig asexuell) und merkt an "Ich habe einen Besen."
Daraufhin er:"Cool!".
Szenenwechsel. Auswahlsituation.
Thomas D. zu einem nicht weiter genannten Traumkomparsen:
"Ich will DIE DA mit dem Besen! Die ist cool!"

So. Nun sitze ich hier mit dieser Szene.
Eindeutig zu viele Fragen für Sonntags, halb Zehn in Deutschland:
Könnte das heissen, dass B. bei den "Fanta 4" mal so richtig aufräumen will? Das Phallussymbole mit Reinigungscharakter positiven Einfluss ausüben? Oder sucht Sie einfach nur die Anerkennung von Stars ob Ihrer Qualifikation als Reinigungskraft?