Im Zuge einer kleinen Historienaktion von
Medienjunkie hier eine kleine Erinnerung an meinen ersten Ferienjob

Während sich meine Schulkomplizen um drei Uhr morgens noch genüsslich in ihren pubertären Träumen aalten, begab sich derdicketeenager bereits um diese Zeit zu einem nahegelegenen Bäcker.
Das war der Ablageplatz für die Tageszeitungstour.
Hätte mir ja auch einer früher sagen können, dass ich da eine Urlaubsvertretung für die zweitgrösste Zeitungstour Hannovers abgegriffen hatte.
Gut... lohnenswert war es bei 11 Pfennig pro Stück (leider ohne Mehrbestell- und Wegwerfoption da natürlich nur auf Abo Zeitungen geliefert wurden) allemal.
Für die allererste Solotour habe ich dann auch nur 6 Stunden gebraucht. Allein das Handling der 4 Zeitungstaschen an meinem stabilitätsdefizitären Fahrard war schon gewöhnungsbedürftig. Später habe ich die Tour dann in drei Stunden geschafft .... ausser Samstags ... da waren dann 100% mehr in Form von Extrabeilagen drin.
Vorteilhaft war, dass man beim Bäcker mit dem Frühaufsteh-Leidensgenossen-Bonus immer frische Brötchen für lau bekam.

Später verschlug es mich zwecks Finanzierung eines ersten Sommerurlaubes (interrail) in die Akkordmühle einer Zaunbaufirma
Diese hatte mit dem Zeitungsgeschäft ja nur mittelbar zu tun (einer von den Kollegen hat sich in der Frühstückspause immer 30 Minuten intensiv mit der Bildzeitung beschäftigt - was mich etwas verwunderte, nachdem mich ein anderer Kollege in einem anderen Zusammenhang auf Folgendes hinwies: "Du, der Jochen kann nicht lesen, also keine Zettel geben ... immer vorlesen!").
Also ... für 12 Mark die Stunde Zäune ziehen. Kasernenzäune, Gartenzäune, Jägerzäune, Gittergeflechtzäune, usw.
Deprimierend.
Das war vermutlich auch der Grund, warum ich mich Jahre später eines Abends -einfach so- hemmungslos betrank.